Anonymer Erfahrungsbericht: Einer unserer Admins hat sich (aus reinem Social Media Marketing Interesse *hust hust*) auf Threads angemeldet. Stellt sich heraus: Es ist ein Paradies der kostenlosen Fußfetisch-Bilder.
Gut möglich, dass ich hier ein bisschen „late to the party“ bin, wie man so schön sagt. Dennoch will ich den Lala-Lesern eine kleine Entdeckung von mir nicht vorenthalten: Threads ist ein Paradies der Kleinst-e-Girls auf der Suche nach „Simps“, pseudo-unschuldig nach Nagellack-Tipps fragenden Fashionistas, Fußfan-Sammlerinnen, Hobby-Dominas und generell Kink-Creators oder „aus Versehen“ kinky Beiträgen.
Was ist Threads?
Bevor ich von meinen Entdeckungen berichte, gebe ich einen schnellen Abriss zu Threads selbst. Das verhältnismäßig junge Medium ist nicht allen bekannt und führt ein sehr seltsames Eigenleben.



So beschreibt Threads sich selbst:
„Threads ist eine neue App, die vom Instagram-Team entwickelt wurde. Mit der App kannst du textbasierte Neuigkeiten teilen und dich an öffentlichen Unterhaltungen beteiligen. Die Anmeldung bei Threads erfolgt einfach über dein Instagram-Konto. Posts können bis zu 500 Zeichen lang sein und sowohl Links als auch Fotos, Carousels und Videos von bis zu fünf Minuten Länge enthalten.“ Die ganze „Produktvorstellung“ lest ihr hier.
Ich melde mich auf Threads an – was soll schon passieren?
Ich habe Instagram. Hauptsächlich, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben und interessanten Persönlichkeiten zu folgen. Ich werde mich hierbei nicht hochheiliger aufführen als ich bin: Teile der „interessanten Persönlichkeiten“ sind Akteure der Fetischszene oder schlicht und einfach Fetischmodels – so what? Ich stehe zu meinem Fetisch und ich gebe meinen Fetisch gerne zu, auch wenn ich ihn nicht jedem unter die Nase reibe.


Wer Instagram nutzt, der sieht seit dem Launch von Threads immer mal wieder eine seitlich scrollbare Einblendung in seinem Insta-Feed: Ausgewählte, ziemlich interessante Threads (so werden die Beiträge auf der neuen Plattform genannt – im Sinne von: „ich poste heute einen Thread, denn ich twittere keine Tweets mehr“). Die Threads, mit denen ich ganz persönlich geteasert werde, drehen sich häufig um kinky Themen. Ich muss heute zugeben: Das Marketing hat funktioniert.
Mit einem frisch erstellten Account beginne ich meine Reise in die Welt der „Fäden“. Was ich finde, ist ernüchternd. Es scheint, als seien Teile der linken Bubble von Twitter auf Threads abgewandert, was ich hiermit nicht wertend gesagt haben will, sondern eher feststellend: Die Inhalte sind monoton und ich habe das Gefühl, mehrfach am Tag dieselben von Durchhalteparolen und vor bildungsbürgerlicher Selbstherrlichkeit strotzenden Inhalte wiedergekäut zu bekommen. Betonung: Politisch bin ich ja sogar auf Linie. Nur fühlt sich Threads leer an.

Wenn die Plattform ihre eigentliche Funktion erfüllt und es entsteht ein „Thread“ aus Antworten verschiedener User aufeinander, klingt das Gespräch gestelzt und voller aufgesetzter Güte. Jeder Thread-Nutzer scheint entweder ein Therapeut zu sein oder sich in Therapie zu befinden. Außer: Die Mädels, die schamlose Werbung für ihre Fußbild-Accounts machen. Endlich richtiger Content, seufze ich und will den Touchscreen meines Smartphones beinahe ablecken.
Weshalb wird auf Threads so viel Fußfetisch-Content gepostet?

Gut, nun wissen wir, dass Threads in seinem Kern ein gut gemeinter Twitter-Doppelgänger ist, ganz ohne den manchmal politisch nur schwer verdaulichen Musk-Faktor. Aber: Weshalb gehen Fußfetisch-Threads so gut und weshalb wird dort regelrecht freizügig gepostet?
Die Präsenz von Fußfetisch auf Threads lässt sich, meiner Meinung nach, auf mehrere Faktoren zurückführen:
- Popularität und Sichtbarkeit: Der Fußfetisch ist eine der am weitesten verbreiteten Fetische. Diese Popularität sorgt dafür, dass Inhalte dazu häufiger geteilt und gesucht werden.
- Anonymität des Internets: Das Internet bietet eine gewisse Anonymität, die es den Nutzern ermöglicht, ihre Vorlieben und Fetische offener zu teilen, ohne Angst vor sozialer Stigmatisierung.
- Gespielte Naivität: Die heiße Lehrerin, die natürlich anonym bleibt, postet ihre erbaulichen Erlebnisse aus dem Klassenzimmer mit Kaffeetasse und hochgelegten Füßen garniert. Das zieht das Publikum an und ist unschuldig genug, um es nicht so gemeint zu haben.
- Community-Bildung: Menschen mit ähnlichen Interessen neigen dazu, sich in Communities zusammenzufinden. Plattformen wie Threads bieten eine Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden und sich auszutauschen.
- Algorithmus und Engagement: Soziale Medien fördern, was Engagement generiert. Da Fußfetisch-Inhalte oft starkes Engagement hervorrufen (Likes, Kommentare, Shares), werden sie von den Algorithmen häufiger empfohlen.
- Nischenmärkte: Es gibt eine Nachfrage nach solchen Inhalten, und einige Nutzer oder Content-Ersteller bedienen gezielt diesen Nischenmarkt, um eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen und zu monetarisieren.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Kombination aus hoher Nachfrage, der Möglichkeit zur Anonymität und den Mechanismen sozialer Medien zur Verbreitung dieser Inhalte führt.
Mein Fazit
Ich persönlich empfehle die Nutzung von Threads jedem Fußfan! Es werden kostenlose Fußfetischbilder „aus dem Leben“ gepostet und die übrigen Nutzer sind tolerant, so lange niemand – wie wir schon oft beklagt haben – über die Stränge schlägt.